17.06.07 20:10 Alter: 10 yrs

34/07 Silobrand in der Schweinemast

Von: Holger Neumann

22 Meter hohes Silo mit Schweinefutter brennt


Sonntag Abend um 20.10 Uhr. Entsprechend Ausrückeordnung alarmiert die Leitstelle-Lausitz die Feuerwehren aus Vetschau, Vetschau-Märkischheide, Laasow und Missen zu einem nicht alltäglichen Einsatz.

In einem Silo in der Futteraufbereitung der Schweinemastanlage Bolart GmbH in Vetschau/Spreewald, Ortsteil Tornitz brennt deren Inhalt, ein Gemisch aus pflanzlichen Produkten, welches mit anderen Komponenten zu Schweinemastfutter verarbeitet wird. Das Silo hat die Abmaße 3,60 x 3,60 Meter im Umfang und ist 22 Meter hoch. Es befinden sich etwa geschätzte 20 cbm Inhalt im Brandraum. Das Silo hat keinen Zugang außer einer Dachluke. Es befindet sich neben mehreren weiteren Silos im Gebäude der Futteraufbereitung. Diese Futteraufbereitung versorgt die gesamte Anlage mit Futter, etwa 50.000 Schweine.

Die Förderschnecke versagt ihre Tätigkeit, da der Inhalt auf Grund der Temperaturen (Verschmelzung, Klumpenbildung) nicht mehr nach unten rutscht.

Nach Eintreffen der Kräfte und Mittel der Feuerwehr wird die Lage erkundet. Alle Einsatzkräfte sind sich schnell einig, man kann bei solch einer Lage sehr viel falsch machen. Keiner hat bisher einen ähnlichen Einsatz erlebt.

Durch den Einsatzleiter (H. Neumann) wird über die Leitstelle-Lausitz fachtechnische Beratung angefordert. Diese wird umgehend durch den Leiter der Werkfeuerwehr der BASF Schwarzheide, Herrn Petrens sowie seinem Mitarbeiter Herr Schwant per Telefon gegeben, in der Folge begibt sich Herr Petrens selbst an die Einsatzstelle nach Tornitz.

Auf sein Anraten hin wird das Silo von unten mittels Trennschleifer geöffnet und Stickstoff, in der Zwischenzeit durch die Fa. Farenbach geliefert, als Löschmittel von unten in das Silo eingefüllt. Auf diese Weise gelingt es den Einsatzkräften, ca. 1 cbm teilweise verbrannten Inhalt nach außen zu fördern. Jedoch macht es sich erforderlich, das Silo mit dem Trennschleifer weiter zu öffnen. Mit langen Stangen und schlagen mit Hämmern gegen die Silowand wird weiteres Material nach außen befördert.

Auf Grund der mittlerweile großen Öffnung des Silos wird der Stickstoff rasch verbraucht und bleibt auch zunehmend durch die zusätzlich einströmende Luft wirkungslos. Immer wieder stürzen Glutstücke aus dem Silo heraus und es kommt zu leichten Verpuffungen, welche immer stärker werden.

Auf Grund der weiter von unten einströmenden Luft nimmt die Brandintensität und damit verbundene Verrauchung im Silo sowie im Gebäude zu.

Ein Versuch von unten mittels C-Rohr, mit Vollstrahl in das Silo den Brandherd zu erreichen scheitert. Somit entschließt man sich, Löschwasser von oben über die Dachluke des Silos einzubringen. Da der obere Teil des Gebäudes über Treppen wegen der Wärmestrahlung nicht mehr zu begehen ist entschließt man sich mittels Drehleiter das Lichtband der Fassade zu öffnen und von dort vorerst das Silo zu kühlen um dann von dort in das Gebäude einzusteigen. So gelingt es in der Folge den Einsatzkräften die Siloluke zu öffnen und Löschwasser einzubringen.

Jetzt gelingt es den Brand zu löschen und das Material aus dem Silo zu befördern.

  • 20.10 Uhr Alarmierung FF Vetschau, Vetschau-Märkischheide, Laasow und Missen
  • 20.23 Uhr weiterer zusätzlicher Einsatz, ca. 4 km Ölspur von Suschow nach Naundorf
  • 21.55 Uhr Kreisbrandmeister in Tornitz vor Ort
  • 22.29 Uhr Herr Petrens, Werkfeuerwehr BASF Schwarzheide vor Ort
  • 22.35 Uhr FF Laasow und FF Missen zu den Standorten zurück
  • 23.20 Uhr Stickstoff wird angeliefert
  • 23.35 Uhr Silo mittels Trennschleifer geöffnet
  • 23.40 Uhr Beginn Entleerung des Silos
  • 00.16 Uhr Alarmierung LF 16 FF Raddusch wegen PA-Träger
  • 01.30 Uhr Alarmierung LF 16/12 FF Calau wegen weiter PA Träger
  • 01.35 Uhr Alarmierung LF 8 FF Missen
  • 02.40 Uhr Einsatz Drehleiter zur Öffnung der Fassade
  • 03.30 Uhr Einstieg ins Gebäude
  • 03.30 Uhr FF Missen zum Standort zurück
  • 03.40 Uhr Öffnung der Dachluke des Silos
  • 04.45 Uhr Einsatz Tauchpumpe im Mischraum (Keller)
  • 05.50 Uhr FF Calau zum Standort zurück
  • 06.55 Uhr Silo komplett entleert, Wasser halt
  • 07.15 Uhr zum Abmarsch fertig
  • 07.45 Uhr Schlußmeldung Leitstelle

Schadensbild

kann noch nicht beziffert werden

Verbrauch

Löschwasser, Stickstoff

im Einsatz

ELW 1; TLF 24/35; TLF 16/25; LF 16-TS; DLK 23-12;  VRW; RTW; LF 16 FF Raddusch; TLF 16 FF Laasow; LF 8 FF Missen; LF 16/12 FF Calau; Kdo-Wa WF BASF;

Einsatzdauer

ca. 11,75 Stunden

 

 

 

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