2.08.08 00:00 Alter: 9 yrs

Rundschau-Leser zu Gast bei Vetschaus Feuerwehrleuten

Von: Uwe Hegewald

Die RUNDSCHAU-Sommertour führte am 31.07.2008 in das Depot der Freiwilligen Feuerwehr Vetschau


Fotos: U. Hegewald; H. Neumann

„Wo andere rausrennen, rennen wir rein“, heißt es in einem markigen Feuerwehrspruch, der zum Ausdruck bringen soll, dass Feuerwehrleute für Courage und Unerschrockenheit stehen. Oftmals werden die Floriansjünger nur wahrgenommen, wenn sie mit Sirenengeheul zu Unfallstellen oder brennenden und vollgelaufenen Gebäuden düsen. Die RUNDSCHAU-Sommertour führte gestern in das Depot der Freiwilligen Feuerwehr Vetschau, wo sich Interessierte über das Wirken der ehrenamtlichen Helfer informieren konnten.

Mit Stadtbrandmeister Holger Neumann sowie den Kameraden Hans-Joachim Przylucki, Klaus-Jürgen Menzel, Stefan Noack und Eberhard Beesk sind die RUNDSCHAU-Sommertouristen von einem erfahrenen Quintett empfangen worden. 153 Jahre geballte Feuerwehrkenntnis haben die Vetschauer mobilisiert, um den Lesern Feuerwehrtechnik zu erklären und Fragen zu beantworten.

Und davon machten die 21 Teilnehmer regen Gebrauch. „Zu welchen Anlässen wird eigentlich die Sirene bedient“, wollte Klaus-Peter Wittke (64) wissen, der mit Ehefrau Ingrid und den Enkelsöhnen Tobias (11), Robin (7) und Benito (6) zum 1997 eingeweihten Gerätehaus in die Heinrich-Heine-Straße gekommen ist. „Es gibt sogenannte Einsatzstichworte nach denen sich die Leitstelle in Cottbus orientiert und darüber entscheidet, welche Alarmierung zu erfolgen hat“, antwortet Holger Neumann. „Mit den digitalen Alarmrufempfängern, den Piepern, die nach der Wende Einzug gehalten haben erreicht man bei kleineren Einsätzen in der Regel ausreichend Personal. Zeichnet sich ein größerer Kräftebedarf ab, werden die Feuerwehrleute zusätzlich über die Sirene alarmiert“, erklärt der Stadtbrandmeister. Die Hauptursache des Alarmierens über die Sirene liege in der dünnen Personaldecke in den Reihen der freiwilligen Feuerwehren, legte der 44-Jährige den Finger in die Wunde. „Das Problem ist, dass die jungen Leute nicht in der Region bleiben. Wir sind ständig auf der Suche nach Mitteln und Wegen; sehen uns gezwungen noch stärker als bisher Kräfte zu bündeln“, betont Holger Neumann.

Stolz ist er auf die Fahrzeugflotte: „Wir sind perfekt ausgerüstet“, sagt er und berichtet, dass mit dem Technik-Fachmann Eberhard Beesk ein Angestellter der Stadt Vetschau an drei Tagen in der Woche seinen Dienst im Depot verrichtet.

„Wie viel Schlauchlängen liegen eigentlich auf eurer B-Schlauchhaspel“, will Stephan Seppelt wissen. „Sieben“, antwortete der Stadtbrandmeister und war erstaunt von der Fachkenntnis des Zehnjährigen. „Ich bin seit zwei Jahren in der Jugendfeuerwehr von Cottbus/Alt-Schmellwitz“, liefert der Schüler das Motiv seines Interesses. Für seine Großmutter Maria Guckel war es eine Selbstverständlichkeit, sich an der gestrigen Sommertour zu beteiligen: „Der Enkelsohn ist fasziniert von den Einsatzfahrzeugen und will einmal Berufsfeuerwehrmann werden“, erzählte die 77-Jährige. Etwas erstaunt ist sie von der etwas mageren Resonanz: „Es sind doch Ferien, da hätte ich eigentlich mehr Vetschauer erwartet.“

Nach rund 90 Minuten verabschieden sich die Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour von „ihren“ Feuerwehrleuten. Viele mit einem kräftigen „Gut Wehr“ und fast alle mit beeindruckenden Bildern, die sie bei einem Ausflug über die Dächer der Spreewaldstadt genießen konnten. Die Gastgeber hatten eigens für die RUNDSCHAU-Leser die Drehleiter vor das Gerätehaus gefahren und damit Mutige in 30 Meter Höhe befördert.

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

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