24. Dezember 2020 / 15:30
Autor:  Uwe Hegewald

Ogrosener Retter hatte spektakulärsten Einsatz auf dem eigenen Hof

Mit Eifer und Überblick gelingt es Stefan Fillinger, Feuerwehr, Job und Dorfleben unter einen Hut zu bekommen. Seinen spektakulärsten Einsatz hatte er auf dem eigenen Hof.

Post flatterte kürzlich ins Haus von Dana und Stefan Fillinger. „Vom Landkreis. Sicher geht es wieder um die Bestätigung eines Hygienekonzepts“, sagte sich der 41-Jährige und schenkte dem Schreiben vorerst keine besondere Aufmerksamkeit.

Hätte er aber sollen. Schließlich enthielt der Brief eine Urkunde, Dankesworte und die Ehrenamtskarte Berlin-Bandenburg. Zahlreiche Museen, Kultureinrichtungen, Einzelhändler, Gastronomieunternehmen und weitere Dienstleister bieten Inhabern der Karte ermäßigte Eintritte oder Rabatte.

Ehrenamtskarte als Dankeschön

Wann Stefan Fillinger die Karte erstmals zücken wird, kann der Ehrenamtler noch nicht sagen. Zu viele Institutionen haben derzeit coronabedingt geschlossen, zudem ist seine Freizeit aufgrund anderer Vorhaben bereits knapp bemessen. Haus, Hof und Garten sowie der ehrenamtliche Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Ogrosen.

Seit 2013 ist er Ortswehrführer in dem Ortsteil der Stadt Vetschau. Damals feierte die Ortswehr ihr 100-jähriges Bestehen. Ortswehrführer Lutz Hartwig nutzte die Festveranstaltung, um überraschend seinen Rücktritt anzukündigen und Stefan Fillinger als seinen Nachfolger vorzustellen.

Schicksalsjahr 2013 für den Feuerwehrmann

„Ich wusste, dass ich sein Amt irgendwann einmal übernehmen werde, aber doch nicht so schnell“, blickt Stefan Fillinger zurück. Beim Ortswehrführer-Treffen im Dezember 2013 wurde ihm im Vetschauer Depot schließlich die Ernennungsurkunde überreicht. Wenige Tage später endete das spektakulärste Feuerwehr-Jahr des Oberbrandmeisters. Ein ganz bestimmtes Datum dieses Jahres hat sich für immer in sein Gedächtnis eingebrannt.

Blitz schlägt aus heiterem Himmel ein

„Es war der 20. Juni, als wir einen lauten Knall hörten und erschrocken zum Fenster liefen. Der Blitz hatte in das gemeinsame Wirtschaftsgebäude eingeschlagen, das wir uns mit unserem Hausnachbarn teilen. Qualm drang aus dem Dachstuhl und sorgte für helle Aufregung“, schildert er die bangen Minuten. Nicht einmal zwei Jahre war es her, dass das junge Paar das Grundstück erworben hatte – und nun das.

Schmerzliche 25.000 Euro Schaden verursachte die von einer Naturgewalt ausgelöste Feuersbrunst allein auf der Wirtschaftshaushälfte der Fillingers. Der Rettungseinsatz auf dem eigenen Hof war für Stefan Fillinger die beste Bestätigung, mit dem ehrenamtlichen Feuerwehrdienst den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Schon als Stift von der Feuerwehr begeistert

Mit elf Jahren ist der Ogrosener offiziell in die Reihen der Jugendfeuerwehr eingetreten. Bereits viele Monate zuvor war der aufgeweckte Steppke regelmäßig bei Aktivitäten der Feuerwehr aufmerksamer Zaungast. „Im Dorf gab es keine vergleichbaren, attraktiven Angebote“, begründet er seine Hingezogenheit.

Opa Willi ist stolz auf den Enkel

Feuerwehr ist sein Leben. Das weiß auch seine Dana, die viel Verständnis für das zeitintensive Ehrenamt aufbringt. Nach zahlreichen Qualifikationen und Weiterbildungen wurde Stefan Fillinger vor vier Jahren zum Stellvertretenden Stadtwehrführer der Stadt Vetschau ernannt. Was auch seinen 94-jährigen Großvater Willi Haatz mit Stolz ausfüllt. Er war schließlich schon 1947 der Feuerwehr Ogrosen beigetreten.

Respekt und Wertschätzung erarbeitet

Stolz ist auch Stadtwehrführer Holger Neumann: „Stefan entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem gestandenen Feuerwehrmann. Er wird von den Kameraden respektiert und genießt ein hohes Ansehen.“ Sein ruhiger und besonnener Führungsstil werde geschätzt. „Es macht einfach Spaß, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen“, bringt Stadtwehrführer Neumann die besondere Wertschätzung auf den Punkt.

Quelle: lr-online.de

Foto: U. Hegewald

 

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